Hört

**Der Himmel weint – die Welt nach Frieden schreit.

Legt die Waffen nieder – ihr seid müde.

Hört auf!

Die Frauen und die Kinder in Angst, bittere Tränen vergießen.

Hungrig in den maroden Kellern schlafen

– die Ratten gierig über ihre Körper wachen.

Gesteht, ihr seid es leid!

Die verbrannten Leichen eure Kameraden zu riechen –

den Sinn eures Blutvergießens nicht wissend.

Ihr träumt:

Im Sonnenuntergang dem Rauschen des Meeres,

mit euren Liebsten, zu lauschen.

Nicht unter den Geschossen,

auf dem gefrorenen Boden zu krauchen.

Geht nach Hause

– lasst Frauen und Mütter auf euch nicht lange warten.

Was eure Großmütter acht Jahrzehnten,

ohne Glück, sehnsuchtsvoll taten.

Hört – ihr müsst es wagen!

Gebt den Kindern die Chance auf die Zukunft

– das ist nur eine Erde, die sie haben!**

(©Marija Popadinets)

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Nur ein Leben

**Zuweilen steinig ist der Weg,

den wir schreiten.

Wir stolpern, fangen uns wieder auf,

dann abermals scheitern.

Vergangenheit ruhen zu lassen üben,

über das Geschehene grübeln.

Im Kerzenschein von Jahr zu Jahr,

uns auf das Neue freuen.

In die Zukunft eilen, ohne Reue.

Wir lieben, dann verletzen,

um selber im Schmerz zu zersetzen.

Lernen verzeihen – Erleichterung spüren.

Schaffen es erneut aus dem Chaos der Gefühle.

Nach Glück streben.

Beharren auf das Große – meist vergebens.

Bewusst, dass die Zeit nicht wartet.

Es will nur Ein Leben geben – leben.**

(©Marija Popadinets)

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Ein Ort

**Der Duft in der Luft ist hier vertraut.

Der Mensch liebevoll in die Augen schaut.

Die Sonne auch durch dichte Wolken scheint.

Hier finde ich Ruhe, wenn meine Seele weint.

Der Wind weht die letzten Blätter vom Baum.

Die Wogen der Gedanken legen sich zum Traum.

Die Krähen kreischen, ziehen am Himmel vorbei.

Hier fühle ich mich frei.

Die Melancholie in der Herbstmelodie weilt.

Der Klang berührt sanft das Herz.

Die Zeit verlangsamt – nicht mehr eilt.

Hier spüre ich milder den Schmerz.**

(©Marija Popadinets)

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Du

**Dein Schrei wurde vom Ruf der Eichelhäher übertönt.

Es ist gegen deinen Willen geschehen.

Seine Silhouette entfernt sich zwischen den Bäumen davon.

Ein Höllenschmerz spürt deine geschändete Seele.

Du hast vertraut.

Von Liebe und von Zukunft war die Rede.

Gedemütigt, regungslos liegst du im nassen Laub.

Wünschst dir der Waldboden würde dich verschlingen.

Zerfallen zum Staub.

„Nein! Nicht aufgeben.“, hörst du die Bäume hauchen.

„Mut zeigen, wehren!“

So nimmst du die ganze Kraft –

zwingst du dich aufzustehen…

Der Wind weht graue Locken in dein Gesicht.

Dein siebzigster Herbst lässt nicht lange auf sich warten.

Ein kleines Wesen im Kleidchen eilt den Weg zu dir.

Es ruft: „Oma, ich kann Karate!“**

(©Marija Popadinets)

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Damals

**Das Meer rauschte – flüsterte: „Für ewig“.

Vertraut fühlte sich meine in deiner Hand.

Der Mond wachte, spiegelte sich im Wasser.

Versanken die Füße wohlig im warmen Sand.

Sanft berührte die Meeresprise unsere Gesichter,

die Lippen schmeckten nach Salz.

Nach Sommer duftete dein feuchtes Haar.

Die Sterne funkelten am Himmelzelt, herrlich

– die Zeit schien so unendlich…

So wunderbar!

Gewiss, es konnte kein „Für ewig“ geben

– zwei junge Frauen, die wir damals war´n.**

(©Marija Popadinets)

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Heute

**Was morgen bringt, ist mir verborgen

– es bleib im Ungewissen.

Sonst würde ich das Sein heute

etwaig nicht genießen:

Die Vögel zwitschernd im Morgengrauen.

Das Flüstern des Windes

– geheimnisvoll.

Das Blätterrauschen der grünen Linde.

Das Spiel der Sonne mit Wolken

– der Himmel wundervoll.

Die bunten Schmetterlinge,

schwirrend über die Heide.

Das Abendrot, das Atem raubt

– vom Froschkonzert begleitend.

Wie gut, dass mir verborgen bleibt,

was wartet auf mich morgen.

Im jetzt das Leben lieben, spüren,

– es zählt im hier, im heute.**

(©Marija Popadinets)

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Der Moment

**Die Regenperlen fallen nieder, fließen ihre Bahnen.

Leises Flüstern –

über die Lippen fällt dein Name.

Der Blick in deine Mandelaugen –

ihre Tiefe so unendlich scheint.

Der Moment lässt das Herz höher schlagen –

in den Gedanken weilt.

Der Verstand warnt die Schwelle nicht zu überschreiten –

Gefecht gegen die Gefühle.

Die Zeit wird Regenperlen in Dunst verwandelt –

das was ich fühle verblassen – ruhen.**

(©Marija Popadinets)

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Die Gaben des Frühlings

**Der Kuckucksruf hallt über die Felder,

ein Gruß aus dichtem Wald.

Der Morgentau schimmert herrlich –

Silberschleier malt.

Der Würzigduft des Flieders nach dem Regen,

weckt die Erinnerungen aus der Kindheit sacht.

Der Bienenchor summt über die Blüten,

des Kirschbaums volle Pracht.

Die Sonne lugt hinter der Wolke –

streichelt das Gemüt.

Der süße Erdbeergeschmack,

das Glücksgefühl bestärkt.

Der Flügelschlag des Storches über´m Dach.

Der Monat Mai,

der stolz die Frühlingsfackel trägt.**

(©Marija Popadinets)

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Das Meer der Gefühle

**Die Traurigkeit – die ich fühle,

gehört in mein Meer der Gefühle.

Die Liebe – die ich im Herzen trage,

aussprechen ich mich nicht wage.

Die Wut – die in Wellen

gegen die Brandung schlägt.

Die Freude – die den Körper

in wohliger Strömung bewegt.

Der Schmerz – der in der Tiefe lastet.

Die Angst – die den Zweifel ungemein stützt,

das Grauen aufwühlt, seine Macht nutzt.

Der Mut – seine starke Kraft

bringt der Oberfläche Glanz,

nimmt die Furcht,

damit die Seele meines Meeres ruht.**

(©Marija Popadinets)

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Warten

**Eines Tages,

kniet der Unsichtbare nieder.

Er wird den Kampf verlieren!

Zum tiefsten Bedauern,

nicht ohne Gefallene gehen.

Ihnen dient die große Ehre!

Die Kinder auf den Straßen,

heiteres Lachen,

bringt die Welt zum Erwachen.

Im Park auf der Bank,

eng beisammen Senioren.

Die Jugend laut,

auf den Konzerten grölend.

Den Freunden die Hand reichen,

umarmen,

nicht mehr ausweichen.

Offene Gesichter,

die Farben der Lippenstifte.

Eines Tages – warten.**

(©Marija Popadinets)

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