Fern und doch so nah…

Die Berichte über die Unruhen in Afrika, Asien oder Südamerika hören sich für mich schlimm an, jedoch weit entfernt… Man schüttelt den Kopf, ist empört über das Leiden der unschuldigen Menschen.

Die jüngsten politische Ereignisse in meinem Geburtsland Ukraine hören sich räumlich ebenfalls weit entfernt an – sind gefühlt jedoch direkt vor meiner Haustür.

In der Ukraine lebt ein Teil meiner Familie und Freunde. Keiner von ihnen ist in der Politik tätig oder gehört einer Partei an. Sie waren mit der Regierung in der Ukraine auch nicht zufrieden und trotzdem, eine Lösung mit Blutvergießen wünschten sie sich ganz sicher nicht.

Einer meiner Brüder war während der schwarzen Woche auf dem Majdan in Kiew als Helfer bei der Versorgung der Verletzten. Wir haben jeden Tag mehrmals telefoniert. Als ich ihn am 20. Februar angerufen habe, schrie er mir in den Hörer: „… hier liegen Tote und Verletzter, ruf mich später an… aber ruf mich an! Hörst du!“ Seine Stimme zitterte. Er weinte. Ich auch…

Körperlich hat mein Bruder das Geschehen überstanden. Wie es in seiner Seele aussieht? Weiß nur er. Was auf ihn, seine Frau und seine zwei Kinder in den nächsten Tagen noch zu kommt? Weißt keiner.

fern...

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Über MarijaPopadinets

Hobby-Autorin-Bloggerin
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7 Antworten zu Fern und doch so nah…

  1. Follygirl schreibt:

    kein LIKE..weils so schlimm ist..
    LG, Petra

  2. Thala schreibt:

    Furchtbar…

  3. Marion schreibt:

    Schreib, ja bitte, schreib, was dir auf der Seele liegt…

  4. hokuspokus77 schreibt:

    Mir geht es immer so, dass die Dinge aus den Nachrichten sehr viel näher rücken, wenn ich jemanden kenne, der davon betroffen ist. Was Du von Deinem Bruder erzählst, macht das Geschehen sehr viel realer für mich. Danke dafür. Und ganz viele gute Wünsche für Deine Familie!

  5. Pagophila schreibt:

    Vor helfenden Händen wie denen Deines Bruders habe ich großen Respekt. Sicher hattest Du keine ruhige Minute mehr. Weiterhin alles, alles Gute!

    • versspielerin schreibt:

      diesen worten kann ich mich nur anschließen.
      und auch für mich rücken auf einmal diese ereignisse viel näher, da ich diesen beitrag gelesen habe. alles, alles gute für dich und deine familie – und allen, die unter diesen unsäglichen dingen leiden müssen.

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