(Über) das Lesen – das Schreiben

Teil II

„Lesen ist das Kreativzentrum im Leben eines Schreibers!“ Stephen King

Daran, wann ich angefangen habe das Geschehen um mich herum aufzuschreiben, kann ich mich nicht mehr genau erinnern.

MarikaEs war irgendwann in meiner früheren Kindheit. Ich habe kein klassisches Tagebuch geführt. Das waren Blätter oder Zettel, auf denen ich meine Notizen machte. Das Geschriebe, das von niemandem gelesen werden sollte, versteckte ich. Manchmal so, dass ich es selbst nicht mehr gefunden habe.

Handschrift Am schlimmsten war es, wenn ich entdeckte, dass meine Mutter einen Haufen „vollgekritzelte Blätter“, wie sie es nannte, beim Aufräumen hinter der Kommode gefunden und damit Feuer im Ofen angezündet hatte. Das eine oder andere Blatt Papier ist zum Glück erhalten geblieben. Später habe ich meine „Erstlingswerke“ übersetzt und in meinem Buch „Die Hängebrücke über die Theiß“ verwendet.

Immer aufs Neue inspirieren mich zum Schreiben die Natur, die Menschen und Bücher.

„Du musst dieses Buch unbedingt lesen, es ist was für dich“, meinte meine Arbeitskollegin vor ein paar Wochen und legte Das Leben und Das Schreiben, von Stephen King, vor mich auf den Schreibtisch.

Ich muss gestehen, dass das mein erstes Buch von Stephen King war, weil Horror nicht unbedingt das Gerne ist, das ich gerne lese. Natürlich habe ich von diesem genialen Schriftsteller gehört und seine Werke bereits öfters in der Hand gehabt, aber nach der Romanbeschreibung legte ich es doch lieber weg.

Vergangenen Montag habe ich das Buch nun fertiggelesen.

Wer dieses Werk bereits gelesen hat, weiß, dass es, selbst wenn es unter die Sachbuchpublikationen fällt, weder trocken noch langweilig ist. Die Art wie das Buch strukturiert ist, gefällt mir sehr gut. Es beginnt mit drei kurzen Vorwörtern, danach geht es mit dem Abschnitt Lebenslauf weiter. Hier erzählt Stephen King chronologisch und kurzweilig über sein Leben, sodass man sich ein Bild machen kann. Faszinierend finde ich, wie aufgeschlossen und ehrlich dieser Mensch über sich schreibt. Man hat beim Lesen irgendwann das Gefühl, dir sitzt einer gegenüber, den du schon eine Ewigkeit kennst, aber bestimmte Sachen gerade erst erfahren darfst. Als ich über seine schwere Kindheit und Jugend gelesen hatte war ich immer wieder den Tränen nahe.  Wobei auch Sarkasmus und Humor in dem Buch ständige Begleiter sind und es amüsant machen. Das meiste ist Selbstironie, wodurch man den Schriftsteller sehr sympathisch findet.

Schön ist es auch zu lesen, wie gefühlsvoll King von seiner Liebe zu der Liebe seines Lebens, seiner Frau Tabitha, erzählt. Interessant fand ich auch zu erfahren, wie er den Durchbruch zum Erfolg schaffte.

CIMG1834In dem Abschnitt Was Schreiben ist erläutert Stephen King ziemlich detailliert seine Schreibweise. Er beschreibt sehr spannend, wie seine Werke entstehen, wie die Ideen dafür kommen und was ihn dazu bewegt. Er zitiert viele andere Schriftsteller, die er hoch schätzt und die ihn inspiriert haben.

Darüber hinaus gibt King fachmännisch zahlreiche sehr gute Tipps zum Schreiben. Gerade für Anfänger wie mich, sehe ich sie als ausgesprochen lehrreich.

Im Nachtrag Über das Leben erzählt Stephen King über seinen schweren Unfall 1999, bei dem er nur knapp dem Tod entronnen ist, und wie sich danach sein Leben verändert hat.

Eine unglaublich interessante und packende Lektüre. Ich bin überwältigt und kann sie jedem der gerne schreibt und liest sehr empfehlen.

Bis zum nächsten Mittwoch. Eine schöne Zeit!

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Über MarijaPopadinets

Hobby-Autorin-Bloggerin
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17 Antworten zu (Über) das Lesen – das Schreiben

  1. kbvollmarblog schreibt:

    Ich habe viele Bücher über das Schreiben gelesen, Kings „On Writing“ finde ich auch neben Sol Steins „Über das Schreiben“ und Patricia Highsmiths „Suspense“ das beste. Fein vorgestellt!
    Herzliche Grüße von der Küste Norfolks
    Klausbernd

    • marijap1 schreibt:

      Vielen Dank, Klausbernd. Ebenfalls für den Büchertipp! Die werde ich mir auch mal vornehmen. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende noch an die Küste Norfolks!

  2. OceanPhoenix schreibt:

    Liebe Marija,

    das ist ein toller Buchtipp, zumal ich schon einiges von Stephen King gelesen habe – interessiert mich das umso mehr 🙂 danke für den Hinweis.

    Schön, das Kinderbild von dir – und deine Aufzeichnungen .. da hast du wirklich früh mit Schreiben angefangen. Ich hab auch immer geschrieben .. in Hefte .. Tagebücher geführt, in manchen Phasen habe ich wirklich in fast jeder Lebenslage irgendwas aufgeschrieben, eine richtige Schreib-Sucht. Die Tagebücher und Notizen habe ich alle noch ..

    Liebe Wochenendgrüße an dich 🙂
    Ocean

  3. Marion schreibt:

    Danke für den Tipp. Hab mir das Buch auf meine Wunschliste geschrieben 😉

    Herzliche Grüße
    Marion

  4. Im Moment lese ich von Elisabeth George: Wort für Wort. Ebenfalls ein Schreibratgeber, aber spannend wie ein Roman. Da ich weiß, dass diese Autorin eine ganz andere Arbeitsweise hat wie Stephan King, ist es für mich höchst interessant, auch die „andere“ Seite kennen zu lernen. Ich werde es auf jeden Fall lesen. Danke für die Buchvorstellung.
    Liebe Grüße, Iris

  5. Follygirl schreibt:

    Oh,ich hab ihn früher verschlungen.. irgendwann dann nicht mehr so. Aber ich mag seine Bücher… oder die Verfilmungen, in denen er immer kurz auftauchte.
    Ich muß mir das Buch unbedingt kaufen… das will ich auch lessen!
    LG und DANKE für den Tipp!
    Petra

  6. giselzitrone schreibt:

    Schöner Beitrag und schön beschrieben, ich denke auch oft an die Kindheit zurück ,bei mir war sie weniger schön,bin auch schon früh von zu Hause weg nach Köln.Wünsche dir einen schönen Mittwoch lieber Gruß Gislinde

  7. Karina Reiß schreibt:

    Ich habe das Buch auch gelesen und war ähnlich begeistert davon. Für mich ist „Das Leben und das Schreiben“ zu meinem wichtigsten Schreibratgeber, Mutmacher und Motivator geworden.

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