(Über) das Lesen – das Schreiben

Teil I

Mein erstes Buch, das ich in der deutschen Sprache gelesen habe, war „Der Kleiner Prinz“. Ich bekam es geschenkt. Damals lebte ich erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland und habe es zum Teil mit Hilfe eines Wörterbuchs gelesen. CIMG1807

Inzwischen habe ich das Buch drei Mal durchgelesen und lese immer wieder mal gerne rein. Ich kann mich nicht entscheiden was mein Lieblingsbuch ist, denn es sind viele, die mich ansprechen und Spuren hinterlassen. „Der Kleiner Prinz“ allerdings mit seinen weitreichenden Lebensweisheiten ist eine lehrreiche Lektüre, die mich mit Abstand immer wieder aufs Neue begeistert. Und jedes Mal denke darüber nach, ob ich – nicht nur von der Sprache her – richtig verstehe, worum es darin tatsächlich geht… Ich kann mir gut vorstellen, dass „Der Kleiner Prinz in der Originalsprache französisch noch ergreifender und tiefsinniger klingt als, in diesem Fall, in der deutschen Übersetzung. Das werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nie erfahren.

Manche Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken möchte man für sich behalten. Einige wiederum teilt man gerne mit den anderen Menschen. Auf welche Art und Weise auch immer bringt man diese zum Ausdruck – ich schreibe darüber. Wenn ich zum Stift und Papier greife, lasse ich manches los, oder, ich halte es fest.

Neben dem Geschichtsunterricht waren Ukrainische Sprache und Ukrainische Literatur meine Lieblingsfächer in der Schule. Die Betonung liegt auf Fächer. Denn, im Fach Literatur befasste man sich unterdessen mit der Lyrik von Taras Schewtschenko und Lesja Ukrajinka. Im Fach Sprache wurden Rechtschreibung und Grammatik gelehrt und Aufsätze geschrieben. Häufig wurden meine Aufsätze schlecht benotet. Nicht, dass ich mir keine Mühe gegeben hatte. Im Gegenteil. Vom Inhalt her waren sie oft viel länger geworden, als sie sein sollten, allerdings voller Rechtschreib- und Grammatikfehler – weil ich mich nur auf die Erzählung konzentriert hatte. Der Schluss fehlte meist, weil mir wiederum die Zeit dazu gefehlt hatte. Wenn ich Pech hatte, knallte der Lehrer das Heft auf die Schulbank vor meine Nase mit den Worten: „Du sollst keine Romane schreiben, das kannst du dann später mal tun.“ Als ich das Heft auf blätterte, starrte mich von der Seite eine riesige „1“an. Die schlechteste Note auf der Skala 1 bis 5, des damaligen Notensystems in der UdSSR. Aber nicht die Note machte mich in dem Moment unglücklich, sondern die Tatsache, dass mein Aufsatz nicht einmal korrigiert worden war – also, es keine gelesen hatte…

Darüber und viel mehr gibt es nächsten Mittwoch. Bis dahin eine gute Zeit.

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Über MarijaPopadinets

Hobby-Autorin-Bloggerin
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14 Antworten zu (Über) das Lesen – das Schreiben

  1. Ocean schreibt:

    Das muß aber wirklich frustrierend gewesen sein, dass der Lehrer sich nicht die Mühe gemacht hat, deinen Aufsatz zu lesen. Dabei kommt es doch eigentlich mehr auf den Inhalt an, als auf die Rechtschreibfehler. Ich erinnere mich, dieses Zeitproblem hatte ich beim Aufsatzschreiben auch, habe immer viel zu lange geschrieben und bin am Ende enorm in Zeitdruck gekommen.

    Der Kleine Prinz ist ein wunderbares Buch 🙂 Kindheitserinnerung für mich. Ich hab es damals mit meinem Vater zusammen gelesen, er ist ein großer Fan von Exupéry und hat alle Bücher von ihm.

    Liebe Grüße an dich und ein schönes Wochenende wünscht dir
    Ocean 🙂

    • marijap1 schreibt:

      Dankeschön, liebe Ocean, für dein Kommentar.
      Man war eher traurig. Zum Glück war es nicht der Regelfall, denn es gab schon Mal auch Erfolg. 🙂 Dir efenfalls ein schönes Wochenende! 🙂

  2. Klausbernd schreibt:

    Na, vielleicht hatte deine Lehrerin ja recht, jetzt liegt es für dich an, Romane zu schreiben. Und du hast auch gleich gelernt, damit umzugehen, dass viele Lektoren die eingesandte Literatur nicht lesen. Also war`s, so betrachtet, ein gutes Training für einen künftigen Autor 😉
    Herzliche Grüße von Nord Norfolks Küste
    Klausbernd 🙂

    • marijap1 schreibt:

      Vielen Dank für dein Besuch und den netten Kommentar, lieber Klausbernd. 🙂 Ja, wie erwähnt, die Erfahrung hat mich geprägt. Herzliche Grüße an die Nord Norfolks Küste! 🙂

  3. giselzitrone schreibt:

    Wünsche einen schönen Tag die Kommentare von Gedichte Blog sollten eigentlich geschlossen sein ist voll was schief gelaufen,habe nur noch den anderen Blog auf,ist mir sonst zuviel.Lieber Gruß von mir.Gislinde

  4. Marion schreibt:

    Klingt ziemlich entmutigend, so eine Schulerfahrung. Schön, dass du dennoch die Finger nicht vom Schreiben gelassen hast und jetzt anderen damit Freude machst.
    Ich weiß, dass „Der kleine Prinz“ Kult ist, muss aber gestehen, dass ich es nicht gelesen habe. Nur das eine oder andere Zitat daraus ist mir „über den Weg gelaufen“.
    Ich freu mich auf nächsten Mittwoch ❤
    Marion

  5. Sehr traurig, dass dein Aufsatz noch nicht einmal gelesen wurde. Aber dafür lesen wir jetzt hier – und das sehr gerne!
    LG, Iris

  6. giselzitrone schreibt:

    Das ist auch ein schönes Buch was man immer wieder gerne Liest,und mit der Schule hatte ich es auch nicht leicht.Dir einen schönen Tag.Lieber Gruß Gislinde

  7. Follygirl schreibt:

    Der kleine Prinz ist wirklich ein ganz besonders Buch!
    Da hast Du leider in der Schule sehr schlimme Erfahrungen machen müssen… wie gut, daß Du trotzdem heute so viel ( und GUT!) schreibst!
    LG, Petra

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